Forschen für morgen: Wie eine neue Generation promoviert – nachhaltig, interdisziplinär, zukunftsorientiert
AnzeigeDas Promotionskolleg „Intelligente Technologien für nachhaltige Entwicklung“ bietet einen strukturierten Rahmen für kooperative Promotionen an der Hochschule Trier.
Aktuell werden im Rahmen des Projekts „House of Professors“ zwölf Promotionsvorhaben gefördert – es gilt damit als größtes seiner Art in Rheinland-Pfalz. Neben einem umfassenden Qualifizierungsprogramm erhalten Promovierende auch Mittel für Konferenzen und Laborausstattung.
Die Themen reichen von Green Software über nachhaltige Lebensmitteltechnologie bis zu KI in der Bioverfahrenstechnik. Alle sieben Fachbereiche der Hochschule sind vertreten – so entsteht gelebte Interdisziplinarität.
Profilthemen der Hochschule Trier: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gesundheit
Die Promotionsprojekte spiegeln die zentralen Forschungsschwerpunkte der Hochschule Trier wider. Besonders präsent sind die Profilthemen der Hochschule Trier Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Gesundheit.
Einer der Promovierenden des Kollegs ist Achim Guldner. Im März konnte er erfolgreich seine Dissertation verteidigen. Er entwickelte Methoden, um den ökologischen Fußabdruck von Software messbar zu machen. Im Rahmen seiner Promotion hat er eine innovative Mess- und Analysemethodik zur Evaluation der Umwelteinflüsse durch Software geschaffen. Der stetig wachsende Energieverbrauch in der Informations- und Kommunikationstechnik – der bereits heute rund 3 % der weltweiten CO2-Emissionen verursacht – macht die ökologische Bewertung digitaler Technologien besonders dringlich. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ressourcenverbrauch von Künstlicher Intelligenz: „KI hat ein enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung, aber auch einen hohen Eigenverbrauch. Umso wichtiger ist es, dass KI selbst nachhaltig gestaltet wird“, so Guldner. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Stefan Naumann am Umwelt-Campus Birkenfeld, einem ausgewiesenen Experten der Nachhaltigkeitsinformatik.
Sein Kollege Yves Weiland spezialisiert sich hingegen im Bereich Gesundheitstechnologie. Er hat die faszinierenden Eigenschaften von Kaltplasma für sich entdeckt. „Kaltplasma als ein physikalischer Zustand wird oft als ‚vierter Aggregatzustand‘ bezeichnet,“ erklärt er. „Es zeigt vielversprechende Effekte in der medizinischen Anwendung. So wirkt es zum Beispiel antimikrobiell gegenüber einer Vielzahl von Erregern und fördert zugleich die Regeneration gesunden Gewebes.“ Ziel der Promotion ist die Entwicklung nachhaltiger Kaltplasmaquellen, die sich im Vergleich zu bisherigen Geräten durch geringeren Ressourcenverbrauch, höhere Energieeffizienz und niedrigere Betriebskosten auszeichnen. Die Arbeit vereint physikalisch-technische Entwicklung mit medizinischer Diagnostik und experimenteller Validierung – ein interdisziplinärer Ansatz, der sowohl die Lebensqualität von Patient:innen verbessert als auch zur langfristigen Entlastung des Gesundheitswesens beiträgt.
Doktorand:innen untereinander: Das Fika-Promotionskolloquium
Die Hochschule Trier engagiert sich gemeinsam mit Partnerhochschulen für den Ausbau landesweiter Bildungs- und Vernetzungsangebote für Promovierende und stärkt damit den wissenschaftlichen Austausch in Rheinland-Pfalz. Rund 80 Promovierende arbeiten aktuell an den Standorten der Hochschule Trier an Promotionsprojekten – in enger Zusammenarbeit mit Universitäten im In- und Ausland sowie mit regionalen Unternehmen und Kommunen.
„Ein besonderes Highlight des Kollegs sind die Fika-Sessions – die monatlichen interdisziplinären Vernetzungstreffen“, berichtet Promotionskoordinatorin Dr. Juliane Tatarinov. „Der aus dem Schwedischen entlehnte Begriff Fika – eine entspannte Kaffeepause mit Gebäck – beschreibt die Atmosphäre sehr gut: Promovierende tauschen sich ungezwungen über Fachgrenzen hinweg über ihre Forschung aus.“ Formate wie Science-Speed-Dating und Poster-Rallyes schaffen zudem erste Zugänge zur Wissenschaftskommunikation.
Dabei geht es nicht nur um fachliche Exzellenz, sondern ebenso um Kommunikationsfähigkeit und Offenheit gegenüber anderen Disziplinen – zentrale Voraussetzungen, um komplexe gesellschaftliche Fragen zu verstehen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Interdisziplinäres Forschen heißt, verschiedene Perspektiven in einem gemeinsamen Erkenntnisprozess zusammenzuführen. Nachwuchswissenschaftler:innen übernehmen Verantwortung – für gesellschaftliche Themen ebenso wie für sich selbst und andere. Bereits im Kolleg reflektieren sie ihre Rolle als Forschende und diskutieren den Beitrag ihrer Arbeit zur nachhaltigen Entwicklung.
Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung im Rahmen kooperativer Promotionen
Wegbereiter zum Promotionsrecht
Das Kolleg dient zugleich als strukturelle Vorbereitung auf das Promotionsrecht – für Hochschule und Betreuungspersonen.
„Alle Maßnahmen zusammengenommen zeigen, dass die Hochschule Trier und mit ihr die Hochschulen für angewandte Wissenschaften bereit sind für das Promotionsrecht in forschungsstarken Bereichen“, erklärt Präsidentin Dorit Schumann. Mit dem Kolleg wurde eine tragfähige Struktur für die wissenschaftliche Qualifizierung aufgebaut – fachlich fundiert und individuell begleitet.
Zugleich können betreuende Professorinnen und Professoren wertvolle Erfahrung in der Promotionsbegleitung aufbauen – ein zentrales Kriterium für die künftige Vergabe des Promotionsrechts. Die Einbindung in Drittmittelprojekte, interdisziplinäre Cluster und universitäre Partnerschaften schafft ein Umfeld, das wissenschaftliche Qualität mit forschungsgeleiteter Lehre verbindet.
Das neue Hochschulgesetz in Rheinland-Pfalz sieht das Promotionsrecht für forschungsstarke Promotionscluster bereits ab Anfang 2026 vor.
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Lauri Hoffmann, Promoviert im Bereich Umweltplanung/Umwelttechnik zu optimierten Bioreaktoreinbauten durch additive Fertigung
Auf einen Blick
Das Promotionskolleg „Intelligente Technologien für nachhaltige Entwicklung“
Promotionsprojekte: 12
Fachbereiche: 7
Campus: 3
Universitätspartner: 8
Auslandskooperationen: 2
Post-Doc Koordination: 1
Gesamtvolumen: 1,64 Mio. Euro in sechs Jahren
(Personal, Publikationen, Sach- und Reisemittel)
Kontakt
Hochschule Trier | Trier University of Applied Sciences
Dr. Juliane Tatarinov, Promotionskoordination
+(49) 6782 17-1591
promotionsberatung@hochschule-trier.de
www.hochschule-trier.de
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Podcast
Deep Dive #01 – How AI and humans learn how to count
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In der ersten Folge unserer brandneuen Podcast-Serie Deep Dive into Applied Science diskutieren wir darüber, wie KI funktioniert und warum sie sich so schwer mit Zahlen tut. Abrar Ahmed (Doktorand an der Hochschule Trier) und Dr. Regina Zieleke werden von Prof. Dr. Daniel Ansari von der Western University (Kanada) begleitet, um herauszufinden, was vortrainierte Modelle damit zu tun haben, wie Menschen Zahlen lernen.