ZEIT für X

Forschen für morgen: Wie eine neue Generation promoviert – nach­haltig, inter­disziplinär, zukunfts­orientiert

24. Juli 2025
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Ein Artikel der Hochschule Trier

Das Promotionskolleg „Intelligente Technologien für nachhaltige Entwicklung“ bietet einen strukturierten Rahmen für kooperative Promotionen an der Hochschule Trier.

Aktuell werden im Rahmen des Projekts „House of Professors“ zwölf Promotions­vorhaben gefördert – es gilt damit als größtes seiner Art in Rheinland-Pfalz. Neben einem umfassenden Qualifizierungs­programm erhalten Promovierende auch Mittel für Konferenzen und Labor­aus­stattung.

Die Themen reichen von Green Software über nachhaltige Lebens­mittel­technologie bis zu KI in der Bioverfahrens­technik. Alle sieben Fach­bereiche der Hochschule sind vertreten – so entsteht gelebte Inter­disziplinarität.

Profilthemen der Hochschule Trier: Digitalisierung, Nach­haltigkeit und Gesundheit

Die Promotionsprojekte spiegeln die zentralen Forschungs­schwer­punkte der Hochschule Trier wider. Besonders präsent sind die Profilthemen der Hochschule Trier Digitalisierung, Nach­haltigkeit und Gesundheit.

Einer der Promovierenden des Kollegs ist Achim Guldner. Im März konnte er erfolgreich seine Dissertation verteidigen. Er entwickelte Methoden, um den ökologischen Fuß­abdruck von Software messbar zu machen. Im Rahmen seiner Promotion hat er eine innovative Mess- und Analyse­methodik zur Evaluation der Umwelt­einflüsse durch Software geschaffen. Der stetig wachsende Energie­verbrauch in der Informations- und Kommunikations­technik – der bereits heute rund 3 % der weltweiten CO2-Emissionen verursacht – macht die ökologische Bewertung digitaler Technologien besonders dringlich. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ressourcen­verbrauch von Künstlicher Intelligenz: „KI hat ein enormes Potenzial zur Effizienz­steigerung, aber auch einen hohen Eigen­verbrauch. Umso wichtiger ist es, dass KI selbst nach­haltig gestaltet wird“, so Guldner. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Stefan Naumann am Umwelt-Campus Birkenfeld, einem ausgewiesenen Experten der Nach­haltig­keits­informatik.

Sein Kollege Yves Weiland spezialisiert sich hingegen im Bereich Gesund­heits­technologie. Er hat die faszinierenden Eigenschaften von Kaltplasma für sich entdeckt. „Kalt­plasma als ein physikalischer Zustand wird oft als ‚vierter Aggregat­zustand‘ bezeichnet,“ erklärt er. „Es zeigt viel­versprechende Effekte in der medizinischen Anwendung. So wirkt es zum Beispiel anti­mikrobiell gegen­über einer Viel­zahl von Erregern und fördert zugleich die Regeneration gesunden Gewebes.“ Ziel der Promotion ist die Entwicklung nach­haltiger Kalt­plasma­quellen, die sich im Vergleich zu bisherigen Geräten durch geringeren Ressourcen­verbrauch, höhere Energie­effizienz und niedrigere Betriebs­kosten auszeichnen. Die Arbeit vereint physikalisch-technische Entwicklung mit medizinischer Diagnostik und experimenteller Validierung – ein inter­disziplinärer Ansatz, der sowohl die Lebens­qualität von Patient:innen verbessert als auch zur lang­fristigen Entlastung des Gesundheits­wesens beiträgt.

Doktorand:innen untereinander: Das Fika-Promotions­kolloquium

FIKA Session

Die Hochschule Trier engagiert sich gemeinsam mit Partner­hoch­schulen für den Ausbau landes­weiter Bildungs- und Vernetzungs­angebote für Promovierende und stärkt damit den wissenschaftlichen Austausch in Rheinland-Pfalz. Rund 80 Promovierende arbeiten aktuell an den Standorten der Hochschule Trier an Promotions­projekten – in enger Zusammen­arbeit mit Universitäten im In- und Ausland sowie mit regionalen Unternehmen und Kommunen.

„Ein besonderes Highlight des Kollegs sind die Fika-Sessions – die monatlichen inter­disziplinären Vernetzungs­treffen“, berichtet Promotions­koordinatorin Dr. Juliane Tatarinov. „Der aus dem Schwedischen entlehnte Begriff Fika – eine entspannte Kaffee­pause mit Gebäck – beschreibt die Atmosphäre sehr gut: Promovierende tauschen sich ungezwungen über Fach­grenzen hinweg über ihre Forschung aus.“ Formate wie Science-Speed-Dating und Poster-Rallyes schaffen zudem erste Zugänge zur Wissenschafts­kommunikation.

Dabei geht es nicht nur um fachliche Exzellenz, sondern ebenso um Kommunikations­fähigkeit und Offenheit gegenüber anderen Disziplinen – zentrale Voraus­setzungen, um komplexe gesellschaftliche Fragen zu verstehen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Interdisziplinäres Forschen heißt, verschiedene Perspektiven in einem gemeinsamen Erkenntnis­prozess zusammen­zu­führen. Nachwuchs­wissenschaftler:innen über­nehmen Verantwortung – für gesellschaftliche Themen ebenso wie für sich selbst und andere. Bereits im Kolleg reflektieren sie ihre Rolle als Forschende und diskutieren den Beitrag ihrer Arbeit zur nachhaltigen Entwicklung.

Interdisziplinäre Nach­haltig­keits­forschung im Rahmen kooperativer Promotionen

Wegbereiter zum Promotionsrecht

Das Kolleg dient zugleich als strukturelle Vorbereitung auf das Promotionsrecht – für Hochschule und Betreuungspersonen.

„Alle Maßnahmen zusammen­genommen zeigen, dass die Hochschule Trier und mit ihr die Hoch­schulen für angewandte Wissenschaften bereit sind für das Promotionsrecht in forschungs­starken Bereichen“, erklärt Präsidentin Dorit Schumann. Mit dem Kolleg wurde eine tragfähige Struktur für die wissenschaftliche Qualifizierung aufgebaut – fachlich fundiert und individuell begleitet.

Zugleich können betreuende Professorinnen und Professoren wertvolle Erfahrung in der Promotions­begleitung aufbauen – ein zentrales Kriterium für die künftige Vergabe des Promotions­rechts. Die Einbindung in Dritt­mittel­projekte, inter­disziplinäre Cluster und universitäre Partnerschaften schafft ein Umfeld, das wissenschaftliche Qualität mit forschungsgeleiteter Lehre verbindet.

Das neue Hochschulgesetz in Rheinland-Pfalz sieht das Promotions­recht für forschungs­starke Promotions­cluster bereits ab Anfang 2026 vor.

Ein selbst entwickeltes Bauteil aus dem 3 D-Drucker nehmen, direkt testen und sehen – es funktioniert! – Das liefert die Motivation und Begeisterung für meine Arbeit!

Lauri Hoffmann, Promoviert im Bereich Umwelt­planung/Umwelt­technik zu optimierten Bio­reaktor­einbauten durch additive Fertigung

Auf einen Blick

Das Promotionskolleg „Intelligente Technologien für nachhaltige Entwicklung“

Promotionsprojekte: 12
Fachbereiche: 7
Campus: 3
Universitätspartner: 8
Auslandskooperationen: 2
Post-Doc Koordination: 1
Gesamtvolumen: 1,64 Mio. Euro in sechs Jahren
(Personal, Publikationen, Sach- und Reisemittel)

Kontakt

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Hochschule Trier | Trier University of Applied Sciences
Dr. Juliane Tatarinov, Promotionskoordination
+(49) 6782 17-1591

promotionsberatung@hochschule-trier.de
 www.hochschule-trier.de

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Podcast

Deep Dive #01 – How AI and humans learn how to count

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In der ersten Folge unserer brandneuen Podcast-Serie Deep Dive into Applied Science diskutieren wir darüber, wie KI funktioniert und warum sie sich so schwer mit Zahlen tut. Abrar Ahmed (Doktorand an der Hochschule Trier) und Dr. Regina Zieleke werden von Prof. Dr. Daniel Ansari von der Western University (Kanada) begleitet, um herauszufinden, was vortrainierte Modelle damit zu tun haben, wie Menschen Zahlen lernen.