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Straßenübergang auf großer Straße

Optimismus im Anthropozän – Lösungen für ein neues Zeitalter

31. Mai 2022
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Eine Podcastfolge von Studio ZX in Kooperation mit dem Forum Anthropozän

Geolog:innen bezeichnen unser Zeitalter als Anthropozän. Denn selbst in den entlegensten Winkeln der Erde finden sich Auswirkungen menschlichen Lebens. Kann die Menschheit das Ruder noch herumreißen?

von Kristina Kara, Studio ZX

Ziemlich genau 30 Jahre nach dem „Rio de Janeiro Earth Summit“ stellt sich heute mehr denn je die Frage nach der Zukunft unseres gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Mit­einanders. Der Mensch ist zum dominierenden Faktor auf dem Planeten Erde geworden. So stark, dass wir ein neues Zeitalter erreicht haben: Das Anthropozän – „ánthropos“ bedeutet im Altgriechischen „Mensch“ – hat das Holozän mittlerweile abgelöst. Wann genau, darüber streiten die Expert:innen. Für viele wurde mit den ersten Atomwaffentests die Demarkations­linie über­schritten. Manche sehen auch die Anfänge im Beginn der Industrialisierung, und wieder andere verstehen die Entdecker­fahrten des 17. Jahr­hunderts als Start­schuss, kam es damals doch – auch bedingt durch den Menschen – zum ersten Arten­aus­tausch zwischen den Kontinenten.

Egal, wo man mit dem Zählen anfängt: Heute stecken wir mittendrin im Anthropozän und müssen uns fragen, wie zukunfts­fähig unsere sogenannte Zivilisation ist. Der Klimawandel ist nicht aufzuhalten, sondern besten­falls noch einzudämmen. Das Arten­sterben hat ungeahnte Ausmaße angenommen. Kurz: Die ökologische Krise, in der wir uns aufgrund unseres eigenen Verhaltens befinden, verleitet zur Hoffnungs­losig­keit. Gleich­zeitig ist vielleicht gerade unsere neuartige globale Vernetzung auch ein Grund zur Hoffnung: Denn die Fülle und der Reichtum der menschlichen Gesellschaften und unser bisher ungekannter Austausch haben ein großes Potenzial für neue Ideen. Und die dem Menschen so eigene Anpassungs­fähigkeit kann uns unter Umständen noch zu gemeinsamen neuen Lösungen für unsere großen Probleme führen.

Beim diesjährigen Forum Anthropozän geht es um Strategien, wie die Menschheit sich an die steigende Erd­erwärmung anpasst. Und auch im Podcast ZEIT für Klima machen wir das Anthropozän zum Thema: Prof. Dr. Antje Boetius, eine der bekanntesten deutschen Meeres­biologinnen, und Dr. Sabine Seidler, Initiatorin des Forum Anthropozän, diskutieren darüber, wie wir ein lebenswertes Leben trotz aller alarmierenden Kennzahlen sichern können. Sie sprechen darüber, was die dringendsten Handlungs­felder sind und wie wir den größten globalen Transformations­prozess, den die Menschheit je gesehen hat, über­stehen können.

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16.–18.6.2022: 5. Forum Anthropozän

Der Mensch verändert seine Umgebung seit jeher. Doch in den letzten Jahr­zehnten haben sich die Auswirkungen auf unsere natürliche Umwelt in einem Maße potenziert, das bislang unvorstellbar war. Der technische Fortschritt hat uns in eine ausgewachsene ökologische Krise gestürzt. Und wir stehen in der Verantwortung, uns Strategien zu überlegen, wie wir mit ihr umgehen und den Schaden begrenzen können. Beim Forum Anthropozän diskutieren Forscher:innen aus Natur­wissenschaft und Medizin, Philosophie und Wirtschaft mit­einander über dieses Thema. Mehr Infos finden Sie auf der Seite des Forum Anthropozän.

Die Bremer Professorin Antje Boetius ist eine der bekanntesten Meeres­biologinnen der Welt und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeres­forschung in Bremerhaven. Sie hat an über 50 meeres­biologischen Erkundungs­expeditionen teil­genommen und dabei mit eigenen Augen die Folgen des Klima­wandels gesehen.


Sabine Seidler
© C.Senger

Sabine Seidler hat das Internationale Forum Anthropozän ins Leben gerufen. Das inter­disziplinäre Umwelt­forum findet im Juni dieses Jahres bereits zum fünften Mal im österreichischen National­park Hohe Tauern statt. Die drei­tägige Veranstaltung geht trans­disziplinär der Frage nach, wie sich Menschen wieder verstärkt als Einheit mit der Natur verstehen können und wie Innovationen eine nach­haltige Zukunft ermöglichen.