ZEIT für X
Frau in Highheels und „Girls Rules“-Socken

„Die Deutschen hinken weit hinterher“

29. April 2022

Der Frauenanteil in den Vorständen börsen­notierter Unternehmen ist hier­zu­lande noch sehr gering. Wiebke Ankersen erklärt, was andere Länder Deutschland voraushaben.

von Gunda Windmüller, Studio ZX

Mehr als die Hälfte aller deutschen Börsen­unternehmen hat laut dem letzten Bericht der AllBright Stiftung immer noch keine Frau auf der obersten Management­ebene. Wiebke Ankersen ist Geschäfts­führerin der Stiftung und beobachtet in ihrer Rolle sehr genau, wie sich diese Zahlen entwickeln.

Führung werde zwar auch in Deutschland weiblicher, aber das Tempo der Veränderung hinke im inter­nationalen Vergleich deutlich hinterher. Nationen wie Großbritannien und die skandinavischen Länder hätten sich politisch früher dafür eingesetzt, Familien­politik zeit­gemäßer zu gestalten. So wurde beispiels­weise in Schweden schon vor fünfzig Jahren das Ehe­gatten­splitting abgeschafft. Eine partner­schaftliche Aufteilung von Care-Arbeit sei eine wichtige Voraus­setzung für Frauen, um in Voll­zeit oder voll­zeit­nah arbeiten zu können und Karriere zu machen.

Das Führungspositionen-Gesetz, das in Deutschland für eine gerechtere Aufteilung sorgen soll, hält Ankersen für nicht entscheidend, es habe aber immerhin für mehr Dynamik in der öffentlichen Debatte gesorgt. Ein Unternehmen könne mittler­weile nicht mehr davon ausgehen, einen neuen, ausschließlich männlichen Vorstand ohne öffentlichen Gegenwind präsentieren zu können.

Im Rahmen des Thementags ZEIT für Arbeit, der am 9.3.2022 in Berlin statt­fand, sprach Wiebke Ankersen mit Jana Gioia Baurmann, Redakteurin im Ressort Arbeit von ZEIT ONLINE, unter anderem auch darüber, mit welchen Argumenten sie Vorstände zu überzeugen versucht.

Die spannendsten Ausschnitte aus ihrem Gespräch sehen Sie hier:

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