ZEIT für X
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Nachgehakt #5 – „Das Gute bewahren und den Zeitgeist erkennen“

04. Januar 2023
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Eine Podcastfolge von Studio ZX in Kooperation mit Dr. C. Soldan

In dieser Reihe fragen wir bei den „Marken des Jahrhunderts“ nach: Vor welchen Heraus­forderungen stehen sie gerade, und welche Lösungen entwickeln sie? Dieses Mal geht es im Gespräch mit Perry Soldan, Geschäfts­führer von Dr. C. Soldan, um die Veränderungen durch den Generationen­wechsel.

von Michelle Maier, Studio ZX

Inmitten all der Krisen – was ist derzeit die größte Heraus­forderung für Dr. C. SOLDAN?

Perry Soldan: Zur Corona­pandemie, die uns inzwischen im dritten Jahr im Bann hält, kamen 2022 der Ukraine-Krieg und die hohe Inflation hinzu. So sehe ich die größte Heraus­forderung in der allgemeinen Unsicherheit, was die Zukunft betrifft. Niemand kann derzeit eine einiger­maßen verlässliche Aussage darüber treffen, wie sich alles weiter­entwickeln wird. Konkret fordern uns als kleines mittel­ständisches Familien­unternehmen dadurch vor allem die immensen Kosten­steigerungen heraus, in erster Linie im Roh­stoff- und Energie­bereich. Als Unternehmer zähle ich in diesen besonderen Zeiten zu meinen zentralen Aufgaben, den Mit­arbeiter:innen mit Zuversicht zu begegnen und eine positive Zukunfts­perspektive bei SOLDAN zu ermöglichen.

Perry Soldan
© Dr. C. Soldan

Perry Soldan ist seit 2005 geschäfts­führender Gesellschafter der SOLDAN Holding + Bonbon­spezialitäten GmbH. Das Unternehmen kennt er sehr gut: Seit 1997 hat er dort verschiedene Positionen inne – vom Vertrieb bis hin zum Marketing.

Was veränderte sich durch den Generationenwechsel bei Dr. C. SOLDAN?

Das Gute bewahren und den Zeit­geist erkennen beziehungs­­weise aufnehmen: Diese Haltung prägt unser Familien­unternehmen – auch mich persönlich. Vier Generationen SOLDAN haben maßgeblich zum heutigen Erfolg des Unternehmens beigetragen: Mein Urgroß­vater Dr. Carl Soldan war der Firmen­gründer und hat vor 100 Jahren unseren Klassiker Em-eukal entwickelt – „Nur echt mit der Fahne“. Mein Groß­vater hat das Ganze „groß“ gemacht und die Produktion im industriellen Rahmen erweitert. Mein Vater, als gelernter Bonbon­kocher, schuf unsere emotionalste Marke: Kinder Em-eukal. Sie ist bei vielen Menschen noch heute untrennbar mit nostalgischen Kindheits­erinnerungen verbunden, auch bei mir. 2005, nach dem Tod meines Vaters, übernahm ich die Geschäfts­führung. Was sich dabei verändert hat?

Als Erstes haben wir sämtliche Unternehmens­bereiche auf den Prüfstand gestellt und uns infolge­dessen sukzessive von nicht mehr rentablen Bereichen getrennt, wie unseren fünf regionalen Parfümerie­geschäften und unserer Off­set­druckerei. Von da an konzentrierten wir uns auf das, was wir am besten können und mit Leidenschaft betreiben: das Bonbon­machen.

2008 und 2009 folgten zwei weitere Meilen­steine in unserer Unternehmens­geschichte:

  • 2008 erweiterten wir unseren Vertrieb um einen neuen Kanal, den Lebens­mittel­einzel­handel. Damals ein durchaus mutiger Schritt für uns, da wir bis dato aus­schließlich über Apotheken und Drogerien vertrieben hatten. Neben und trotz der Entwicklung im Lebens­mittel­einzel­handel haben wir auch ständig die Betreuung des Fach­handels auf hohem und gewohntem Niveau weiter­betrieben.
  • 2009 wagten wir aus Markenführungs­sicht einen weiteren mutigen Schritt: Wir führten einen umfassenden Marken-Relaunch durch: weg von diversen „Em“-Marken hin zur Konzentration auf unsere Kern­marke Em-eukal. Mutig deshalb, weil keiner von uns voraus­sagen konnte, wie dies vom Markt und von unseren Konsument:innen aufgenommen werden würde. Nach nunmehr 14 beziehungs­­weise 15 Jahren können wir sagen: Beide Schritte waren absolut richtige Entscheidungen und haben das Unternehmen sowie die Marke weiter voran­gebracht.

Unser Credo ist nach wie vor, die Menschen mit wohltuenden Produkten zu überraschen, ein Leben lang. Dabei ist unsere Zeit immer schnell­lebiger geworden, die Informations- und damit Reiz­über­flutung nimmt stetig zu. Das stellt uns vor neue Heraus­forderungen: Wir müssen die Aufmerksamkeit der Menschen gewinnen, sie dort mit unseren Produkten und Botschaften abholen, wo sie unterwegs sind. Allem voran in den sozialen Medien. Wir müssen Trends frühzeitig erkennen und danach handeln. Das bedeutet für uns in erster Linie: Wir müssen flexibel und als Unternehmen weiterhin unabhängig bleiben.

Jüngere Generationen erwarten von ihrem Arbeit­geber einen Purpose. Welchen Purpose hat SOLDAN? Und was ist Ihr ganz persönlicher?

Ohne den Einsatz und das Engagement unserer Mitarbeiter:innen gäbe es uns nicht – keine Frage. Sie tragen zum gesunden Wachstum bei und geben SOLDAN die Seele. Als unabhängiges mittel­ständisches Familien­unternehmen verfügen wir über eine flache Hierarchie und bieten allen die Möglichkeit, die Zukunft des Unternehmens aktiv mitzugestalten. Eigen­verantwortliches Handeln wird bei uns groß­geschrieben, und wir geben Raum für persönliche Entwicklung. Flexible Arbeits­zeiten und Arbeiten im Homeoffice sind inzwischen Standard.

Wir legen Wert auf ein offenes und ehrliches Miteinander, können uns aufeinander verlassen und helfen einander. Wer sich hier wieder­findet, der ist bei uns richtig – neben der fachlichen Qualifikation natürlich.

Zu meinem ganz persönlichen Sinn und Zweck gehört, dass ich unser Familien­unternehmen gesund und stabil an die nächste Generation über­geben möchte. Wenn ich es schaffe, meinen Kindern die Freude an der Verantwortung und Tradition unseres Familien­unternehmens zu vermitteln, habe ich die zweite große Aufgabe neben den operativen Heraus­forderungen erfüllt. Und ob sie diese Rolle dann ihrerseits in einer aktiven Mitarbeit oder in einem über­geordneten Gremium erfüllen, über­lasse ich ihnen. Sie sollen schließlich auch Unternehmer werden können und müssen die notwendigen Entscheidungen für ihre Generation selbst treffen.

Die Forderungen an die Wirtschaft nach mehr Umwelt- und Klima­schutz­maßnahmen werden immer lauter. Wie versuchen Sie nach­haltiger zu wirtschaften?

Als Familienunternehmen gehört es zu unserer Grundhaltung, bei unseren Entscheidungen stets die lang­fristigen Auswirkungen auf unsere Umwelt mit zu berück­sichtigen. So haben wir uns schon vor langer Zeit bewusst dafür entschieden, ausschließlich in Deutschland zu produzieren und dies auch in Zukunft weiter zu tun. Wir arbeiten vorrangig mit regionalen oder nationalen Lieferanten zusammen und pflegen mit diesen lang­fristige, partner­schaftliche Geschäfts­beziehungen.

Unsere Produktionsanlagen führen wir möglichst energie­schonend und haben vor Kurzem eine eigene Photovoltaik­anlage auf dem Firmen­gelände in Betrieb genommen. Parallel dazu geht das in der Produktion genutzte Wasser – und davon setzen wir viel aus unserem eigenen Brunnen ein – in unsere betriebs­eigenen Natur­weiher und wird damit zum Großteil an das Erdreich zurück­gegeben. Die Weiher bestehen seit den 1980er-Jahren und sind mit ihrer natur­belassenen Ufer­vegetation Heimat für Karpfen, Frösche, Libellen und andere wasser­liebende Tiere.

Bei unseren Verpackungsmaterialien achten wir darauf, dass diese recycelbar sind: Sowohl Wickler als auch die Fahne unserer Em-eukal Bonbons bestehen aus gewachstem Papier und können über das Alt­papier entsorgt werden. Unsere Beutel­verpackungen werden über die Gelbe Tonne dem Dualen System Deutschland und somit dem Wert­stoff­kreis­lauf zugeführt. Zudem recherchieren wir am Verpackungs­markt stets nach noch umwelt­schonenderen Alternativen, die gleich­zeitig die Produktqualität gewährleisten und ansprechend aussehen. Denn der erste Eindruck am Regal ist bei Konsument:innen stets ausschlaggebend.

Auch sozial engagieren wir uns aus Überzeugung. Es ist meiner Familie und mir eine Herzens­angelegenheit, uns über die Unternehmens­grenzen hinweg für Menschen einzusetzen. Seit 2016 unterstützen wir zwei regionale Projekte: das KontaktCafé Adelsdorf, ein Ort für neue Begegnungen der Caritas, und das Gewalt­präventions­projekt „TrommelPower – Musik für ein besseres Miteinander“ des Sonderfonds für Kinder der Bürgerstiftung Erlangen.

Neben diesem regionalen Engagement sind wir auch überregional aktiv: Seit 2017 unter­stützen wir den Verein Apotheker ohne Grenzen, der sich für eine weltweit bessere Gesundheits­versorgung engagiert, und seit 2020 die Lungen­stiftung Bremen „Atme das Leben“. Diese setzt sich dafür ein, dass weniger Menschen an Lungen- und Atem­wegs­problemen erkranken.

Neben Ihren Kassenschlagern bringen Sie immer wieder neue Sorten auf den Markt – wo finden Sie die Inspiration für die neuen Geschmacks­richtungen?

Unsere Inspirationsquellen für neue Geschmacks­richtungen sind vielfältig. Wir beobachten natürlich fortlaufend den Markt, analysieren Trends – auch Trends in anderen Warengruppen, die eine gewisse Vorreiter­rolle haben. An diesem Punkt müssen wir uns jedoch verständlicher­weise etwas bedeckt halten. Wir befragen Konsument:innen und hören auf unser Bauchgefühl. Manchmal bringt ein:e Mitarbeiter:in eine interessante neue Idee aus dem letzten Urlaub oder dem Familien- oder Freundeskreis mit. Wir sind hier stets offen für jede:n und alles.

Zuletzt hat uns beispielsweise die Coronakrise sowie der Shots-Trend zu unserer aktuellen ImmunStark Range inspiriert, denn das Thema „Immunsystem stärken“ war und ist nach wie vor topaktuell. Mit vier leckeren Sorten, allen voran unserem sehr erfolg­reichen Manuka Honig, ist hier für jede:n etwas Passendes dabei, da bin ich mir sicher.

In unserem Podcast „Marken des Jahrhunderts“ erzählt Perry Soldan von den Veränderungen durch den Generationenwechsel in seinem Familienunternehmen. Im Format „Nachgehakt“ fragen wir kurz und knackig nach und holen uns Insights ab, die auch andere Unternehmer:innen interessieren könnten.

Übrigens: Alle Folgen der Podcast-Reihe „Marken des Jahr­hunderts“ gibt es auch auf Spotify und Apple Podcasts zum Nachhören – und überall sonst, wo es Podcasts gibt.