ZEIT für X
Blumenwiese

Preisschilder für die Natur – Geld­anlagen in Biodiversität

27. September 2022

Die Klimakrise lässt sich nicht bewältigen, ohne die Arten­vielfalt und die Öko­systeme zu bewahren. Investitions­entscheidungen können hier zum wesentlichen Hebel werden.

von Kristina Kara, Studio ZX

Wir leben weit über unsere Verhältnisse. Viele Öko­system­leistungen wie saubere Luft, Trink­wasser oder Rohstoffe wie Seltene Erden sind über­fordert und bedroht. Alle wissen das. Auch weil der sogenannte Earth Overshoot Day im Kalender immer weiter nach vorne rückt. Die Zeit, in der die Menschheit alle Ressourcen verbraucht hat, die die Erde im Laufe eines Jahres zu regenerieren vermag, vergeht also schneller. Die biologische Vielfalt wird über­strapaziert. Und das wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus. Einer Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) zufolge entstehen der Welt­gemeinschaft bis 2050 10 Billionen US-Dollar an Kosten. Es gibt jedoch Hoffnung: Dieselbe WWF-Studie folgert, dass die Umsetzung von Schutz­maßnahmen einen Nutzen in Höhe von 230 Milliarden US-Dollar bringen würde. Wenn das nicht nach attraktiven Investitions­möglichkeiten klingt.

Hier setzt Lena Thiede, Mitgründerin von Planet A, an. Sie sagt: „Die Natur ist ein Vermögens­wert. Dennoch machen die meisten Investoren noch immer kein Preis­schild an die Natur.“ Mit einem inter­disziplinären Team aus Wissenschaftler:innen und Finanz­expert:innen will sie das ändern. Gemeinsam mit Partner:innen hat sie eine Wagnis­kapital­gesellschaft ins Leben gerufen, die ausschließlich in europäische Greentech-Start-ups investiert. Unter anderem ist Fridtjof Detzner an Bord, der bereits erfolg­reich den Website-Baukasten Jimdo gegründet hat. Biodiversität ist dem Climate-Tech-Investor besonders wichtig. Und das ist in der aktuellen Finanz­welt noch selten.

Lena Thiede kennt den Grund: Häufig fehlen schlichtweg Daten und Bewertungs­methoden. Wie hier Licht ins Dunkel kommen kann und warum Biodiversität bald einen größeren Stellen­wert in der Finanz­welt haben dürfte, erklärt sie aus­führlich im Gespräch.

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Lena Thiede
© privat

Lena Thiede ist Mitgründerin von Planet A. Bevor sie dort die wissenschaftliche Wirkungs­bewertung entwickelte, war die Politik­wissenschaftlerin elf Jahre lang für das Bundes­ministerium für wirtschaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung tätig und leitete vor allem das Bio­diversitäts­programm. Davor arbeitete sie für Organisationen wie die OECD, die GIZ sowie für den Wissens­chaftlichen Beirat der Bundes­regierung Globale Umwelt­veränderungen.